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T-5 - Besonderheiten und Identifizierungsmerkmale

Der DSO-Code (Domestic or District Sales Order)
T5 1965 DoorplateEr gibt einen ersten Hinweis auf ein Export-Fahrzeug. Ford verwendete generell die Zahlen 90 bis 99 für Exportfahrzeuge. Von den T-5s sind bisher nur die Code 90-96 dokumentiert.

Die DSO-Codes weisen eigentlich keine allgemeingültige Logik auf. So kann man zwar im Mustang Production Guide und im T-5 Register International erkennen, daß in einigen Baujahren die DSO-Codes 90-94 in aufsteigender Reihenfolge über das Jahr hinweg ca. alle 3 Monate geändert wurden und der Code 95 dann für das neue Modellbaujahr verwendet wurde, es gibt aber immer wieder Ausreißer aus dieser Logik.

Fahrzeuge mit Code 99 scheinen überwiegend nach Neuseeland und Australien verschifft worden zu sein. Die DSO-Codes 90-98 findet man aber auch in Export-Mustang in der übrigen Welt. Bisher wurde keine eindeutige Zuordnung bestätigt. Kevin Marti von Marti Auto Works geht jedoch nach bisherigem Wissen und genauer Analyse der Ford-Daten ab 1967 davon aus, daß die aufsteigenden Export-DSOs eher mit dem Verkaufsvolumen bzw. der Priorität zu tun haben, dies hat er dem Redakteur gegenüber mehrmals bestätigt.

Das könnte bedeuten, daß ein Land zunächst mit niedrigen DSOs startete und bei entsprechender Menge höhere DSOs bis 99 erhielt. Die andere These besagt, daß eine 91 eine höhere Prioriät hat als eine 92, somit ein mit 91 klassifizierter Händler (Zusatz z.B. 1555) eher sein Auto erhielt. Oder aber eine reine Händler-Order nachrangig gegenüber einer Kunden-Order behandelt wurde. Die Thesen sind noch nicht nachhaltig beantwortet.

Aus dem DSO-Code selbst kann man keine Landeszuordnung herstellen. Der Vergleich der Menge z.B. von DSO94 (die man den Marti-Files entnehmen kann) entspricht nicht der Export-Zahl in ein bestimmtes Land.

Body Buck Tag
T-5 bucktagSowohl Dearborn als auch Metuchem verwendeten annähernd über die gesamte Mustang- Produktionszeit hinweg sogenannte Body Buck Tags, also Fertigungs-Blechschilder mit Ausstattungshinweisen für die Arbeiter am Band, die am linken oder rechten inneren Kotflügel angenietet wurden. Manchmal auch vorne neben dem Lampentopf oder speziell bei 71 bis 73er Dearborn- Fahrzeugen unter dem rechten Kotflügel neben den Lüftungsschlitzen.

Auch diese Produktionsschilder wurden nicht einheitlich geprägt, sie sind daher auch nicht immer ein eindeutiges Kennzeichen für einen T-5. Bei den 64 bis 66ern wurde oft nur ein "X" für Export eingeprägt, 67er weisen ein HXO auf, 68er beispielsweise haben oft den Vermerk X W.GERMNY T5, 70-74 haben oft eine "T5"-Prägung oder ,,X T5 W.GERMNY". Es gibt aber auch T5s, die nur den Export-Code, z.B. 95 auf dem Produktionsschild haben. Die Montagehinweise wurden hier also sehr unterschiedlich gehandhabt, wohl ein menschliches Problem des Produktionsmanagements.

Embleme
T5 Emblem

Eindeutigere Hinweise bei Fahrzeugen im Originalzustand erhält man natürlich durch die noch vorhandenen T-5-Embleme, nach Aussage von Hr. Stuck (ehem. FORD Regehr Ersatzteillager-Manager) wurden von den Händlern aber auch oft bereits vor Auslieferung einige T-5s auf Wunsch des Kunden mit Mustang-Emblemen ,,zurückgerüstet".

T5 Emblem banner

Die Eliminierung aller Mustang- Zeichen war für die Produktionsstätten und Zulieferer kein leichtes Problem. So mußten beispielsweise die Kotflügel-Löcher anders gebohrt werden, andere Radkappen und Tankdeckel sowie Hupenknöpfe montiert werden. Da die Umrüstung der in 1964 gebauten Mustang in den Händen der deutschen Händler lag, gibt es hier die meisten Unregelmäßigkeiten. So wurde z.B. auch ein 64er gefunden, bei dem das Wort Mustang nur mit der Flex auf dem Hupenknopf entfernt wurde. Selbst bei frühen 65ern kamen noch ,,unsaubere" Namensentfernungen z.b. durch Sandstrahlen auf dem Hupenknopf vor. Die folgenden Bilder zeigen die provisorischen Varainten.

Unsauberes T5 EmblemUnsauberer Hornring

 

Bei den T-5-Kotflügel-Emblemen sind bisher 3 Varianten bekannt geworden: 
Ford Köln Pressefotos und andere Bilder zeigen bei den frühen 64 1/2ern noch ein vom Ford Comet abgeleitetes Schild, daß lediglich durch eine aufgebrachte Klebefolie zum T-5-Zeichen wurde. Ab 1965 dagegen wurde ein rechteckiges aus Metall hergestelltes T-5-Emblem verwendet. Die mit C5GB- beginnende Engineering-Nr. auf dem Metall-Emblem weist auf die Abstammung vom Comet hin. G steht für die Comet-Baureihe, B steht für den Teilebereich Body.

T5 Repro Hinten Detail

Entsprechende Nachfertigungen wurden auf Anfrage früher von Fred Ballard hergestellt, die Schilder entsprechen aber nicht unbedingt dem Original, sondern sind mit Silberfolie auf einer Comet-Emblem-Basis hergestellt. Da Comet-Zeichen auch seltener geworden sind, ist dieser Weg nicht immer erfolgversprechend. Seit 2016 stellt Felix Henrichs aus unserem CLub sehr schöne Repros her, allerdings nur an nachweisliche T-5 Besitzer. Bitte über die Club-Webseite anfragen.

T5 Emblem 67Ab 1967 kam dann ein aus dem frühen GT-Wappen abgeleitetes Emblem zur Verwendung, bei dem eine T-5-Prägefolie das Zeichen ersetzte. Dieses Zeichen wurde bis 31.12.78 unverändert eingesetzt Zusätzlich zu dem T-5-Kotflügelemblem wurden auf den 67ern bis 70ern noch die Ford-Buchstaben verwendet, die von der 65/66er Motorhaube übernommen wurden. 

Weiterhin wurden einige 67er sowie die meisten 68er mit einem zusätzlichen rechteckigen Armaturenbrett-Emblem T-5 versehen, der das des Mustang ersetzte.

T5 Dash Emblem

Für die 71-73er gab es interessanterweise ebenfalls eine ,,T-FIVE"-Prägefolie, die im Mittelteil des Armaturenbrettes eingeklebt wurde. Allerdings ist dies auch von der Ausstattung abhängig. Beim Grande gibt es dieses Zeichen unseres Wissens nicht. Auch nach 74 gebaute T-5s hatten im Innenraum ein T-5-Zeichen.

t five


Tankdeckel

T5 TankdeckelFür die 65er Modelle in der Standardversion gab es einen speziellen Tankdeckel, bei dem das Mustang-Relief durch eine schwarz eingefärbte Ausfräsung ersetzt ist. Ein 65er Tankdeckel des GT-Models (noch nicht als echt verifiziert) entbehrt auf der unteren Hälfte ebenfalls das Wort Mustang. Bei den 66ern, so glaubt man heute, wurde meist ein verschließbarer Tankdeckel verwendet, der ohnehin keinen Mustang-Schriftzug aufwies. Bei den 68ern wurde insbesondere auch der hintere Schriftzug Mustang auf der Kofferraumklappe weggelassen, d.h. die Löcher dafür entweder gar nicht erst gestanzt oder vor der Lackierung verfüllt. Für die Baujahre 1971-1978 gab es für die besonderen Kofferraumdeckel sogar separate Ersatzteilbestellnummern (s. T-5-Ersatzteilliste

Fahrwerksumrüstungen
In den U.S.A. ging man davon aus, daß die europäischen Straßen etwas unebener waren. Daher wurden besonders die 65/66er und viele 67/68er mit sogenannten Export-Braces ausgestattet. Originale Export Braces kann man auch an der Profilhöhe der seitlichen Verstrebungen erkennen. 70er Ersatzteile haben ein anderes Profilbild.
Frühe Baujahre erhielten auch oft härtere Federn vorne und härtere Dämpfer. Die Ausstattung ist jedoch für die 65/66er noch nicht durchgängig dokumentiert, so daß auch T-5s von Armeeangehörigen mit ,,normaler" Fahrwerksausstattung gefunden wurden. Hier nahm man es offenbar nicht so genau. Die Ausstattung läßt sich am besten im Production Sheet nachvollziehen. Hinweise liefert insbesonders für die Baujahre 67-78 die uns vorliegende Teileliste "Unique to Export" von Ford USA. Eine Kopie ist für 5 Euro in Briefmarken bei Wolfgang Kohrn zu beziehen.

T5 Export brace

Ford Köln Typenschild
T5 1968 Production DearbornEinige Fahrzeuge weisen sogar ein Typen Schild von Ford Köln auf mit dem Zusatz Vertrieb Dearborn. Auch hier wurde natürlich bei Typ T5 eingetragen.

Autor: Wolfgang Kohrn, Editor: Felix Henrichs

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